DAS GRÖSSTE LAND AFRIKAS IST IN EINEN ENDLOSEN BÜRGERKRIEG VERWICKELT
Ein schwieriger historischer Weg
Der Norden Sudans, der seit dem 6.Jh. christlich war, wurde in den darauffolgenden 1000 Jahren zunehmend arabisch und islamisch. 1821 wurde diese Region von Mohammed Ali, Pasha von Ägypten, erobert. Während eines 125 Jahren blieb sie zuerst unter ägyptischer und türkischer, und später unter anglo-ägyptischer Herrschaft.
Seit der Unabhängigkeit 1956 wechselten im Sudan Phasen der Demokratie mit solchen einer Diktatur ab. Diktatorische Herrschaften hielten meist viel länger an als demokratische und wurden meist durch einen Regierungssturz der Armee verursacht. So kam auch die islamische Regierung von General Omar el Béchir 1989 an die Macht. Der inoffizielle, aber sehr einflussreiche Berater des Generals war während vieler Jahre Sheik Hassan el Tourabi. Die Unabhängigkeit markierte den Beginn eines wörtlich ununterbrochenen Bürgerkrieges zwischen den arabischen Moslems im Norden und dem Süden, der fast gänzlich von schwarzen Animisten und Christen bevölkert wird.
Während der letzten zwanzig Jahre hat dieser Krieg mehr als zwei Millionen Tote, vier bis fünf Millionen Vertriebene und fast so viele Flüchtlinge in anderen Ländern verursacht. Eine Friedenskonferenz, die von den Nachbarländern gesponsert wird, findet zwar regelmässig statt, bringt aber kaum Resultate. Unter dem Druck der USA und einigen anderen europäischen Ländern machen die Verhandlungen nun doch ein wenig Fortschritt.
Ein halbes Jahrhundert des Bürgerkrieges
Tausende von Sudanesen aus dem Süden, die meisten Christen und Animisten, verlassen das Kriegsgebiet jedes Jahr, um in den Nachbarländern wie Äthiopien, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo Zuflucht zu finden. Die meisten haben aber nicht die Mittel, um den Transport an die Grenze zu bezahlen, und für diejenigen beginnt ein Leidensweg: Sie machen sich meist in Richtung Khartoum auf den Weg. Nicht alle erreichen ihr Ziel, da viele vor Hunger sterben oder in Folge von Verletzungen. Einige werden verhaftet, eingesperrt oder als Sklaven verkauft. Diejenigen, die es nach Khartoum schaffen, werden oft gewaltsam, in Lager ohne Infrastruktur gezwängt. Die Hütten, die sie sich selbst bauen, müssen jedes Jahr erneuert werden, da sie vom Wind und Regen zerstört werden. Im Moment versuchen mehr als zwei Millionen Menschen unter solchen Bedingungen zu überleben. Die einzige Unterstützung und Hilfe, die diese Leute erhalten, stammt von Kirchen und NGOs. In all den Lagern rund um die Hauptstadt, bietet die Schweizerische Vereinigung der Freunde von Schwester Emmanuelle durch die Vermittlung von St. Vincent und Paul enorme Unterstützung für diese bedürftige Bevölkerung an.
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