Der Schweizer Verein der Freunde von Schwester Emmanuelle
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Neben dem neuesten vierteljährlichen Brief finden Sie auf dieser Seite auch die Archive vergangener Briefe, die im PDF-Format (Acrobat) heruntergeladen werden können, die neuesten Besuchsberichte unseres Direktors und die externen Bewertungsberichte.

BRIEF AN DIE FREUNDE VON SCHWESTER EMMANUELLE

« Mache dich auf den Weg, arme, bedürftige Menschheit ! Gehe und hoffe. Du hast einen Retter ! » 

Liebe Freunde,

Ich hoffe, dieser Brief trifft Sie alle in guter Gesundheit an in dieser Zeit der Epidemie, die nicht zu Ende geht... Was uns betrifft, hat sich Jean Claude Francois, der Verantwortliche für unsere Projekte in Haiti, bei seinem Genf-Besuch im September mit Covid angesteckt. Er ist Diabetiker und hat innerhalb von 10 Tagen 12kg abgenommen, was uns große Sorgen bereitete. Gott sei Dank hat er sich bis heute schon gut erholt.

Die 14-tägige Quarantäne, die ausländischen Besuchern des Südsudans auferlegt wird, hat mich leider in diesem Jahr daran gehindert, hinzufahren.

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Obwohl relativer Friede eingekehrt ist, hat sich die allgemeine Lage im Land nicht wirklich verbessert. Ende September erklärte David Shearer, der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für den Südsudan (MINUSS), dass keinerlei Fortschritt bei der Vereinigung der Streitkräfte des Landes zu einer einzigen Armee erzielt werden konnte, wie es das Friedensabkommen von September 2018 vorsah. Die Truppen, die im ganzen Land auf öffentlichen Plätzen zusammengezogen wurden, desertieren, weil es nichts zu essen gibt und wichtige Güter fehlen. Hungrig und frustriert kehren sie in ihre Dörfer zurück, was nicht dazu beiträgt, ein für Frieden und Hoffnung günstiges Klima zu schaffen.
Die Wahlen wurden zum dritten Mal verschoben, auf 2022, und Kiir möchte sie ein weiteres Mal, auf 2023, verschieben. Nach einem Bericht von Human Right Watch verschwinden Menschen, willkürliche Inhaftierung und Folter stehen auf der Tagesordnung.

Ungefähr 800 000 Menschen in den Staaten des Zentrums und Nordostens sind in den letzten Monaten von besonders heftigen Überschwemmungen betroffen.

Im August hat der stellvertretende Direktor der Zentralbank erklärt, das Land stünde praktisch ohne Devisen da. Ein Dollar wird aktuell für 450 SSP getauscht (vor einem Jahr waren es 300 SSP), die Preise sind explodiert.

Trotz allem versuchen die Teams unseres Partners vor Ort, der Vinzenzgemeinschaft Juba (SVDP), wie immer, die Resilienzkräfte der Bevölkerung von Juba zu stärken. Den Anweisungen der Regierung bezüglich Schulen, Universitäten und Lehre folgend, konnte unser Berufsbildungszentrum in Lologo Ende Oktober endlich wieder öffnen.
Die Vinzenzgemeinschaft musste allen Auszubildenden und Lehrenden Masken, Seife und Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen. Manche Kurse mussten geteilt werden, um der erlaubten Personenzahl Genüge zu tun.
Die offiziellen Anordnungen der Regierung verlängern die Dauer dieser immer wieder unterbrochenen Kurse bis Ende März. Um die versäumte Zeit aufzuholen, wird die tägliche Kursdauer um eine Stunde verlängert, und es wird auch an Samstagen unterrichtet.
Die Kurse im nächsten Jahr werden erst Anfang April beginnen und bis zum Ende des Jahres 2021 dauern.

Was das Hühnerprojekt betrifft (eines der Einkommen generierenden Programme), kann die Vinzenzgemeinschaft gegenwärtig von der Maisernte der Pilotfarm profitieren, um die hohen Importkosten zu senken. Die Versorgung mit konzentriertem Futter aus Uganda ist schwierig wegen der Grenzprobleme aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie.
Die Eierproduktion (mehr als 400 Eier pro Tag) bringt aktuell ungefähr 1300 Dollar pro Monat ein.

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Wie Sie wissen, wurden im Rahmen einer Übereinkunft von UNO und Ärzte ohne Grenzen etwa 170 000 Masken von 75 Absolventen in der Schneiderei hergestellt. Dazu berichtet Clara Iboni Lako, eine der Näherinnen (Foto im Zentrum):
„Ich habe etwa 3000 Masken hergestellt, die gratis an die Bevölkerung ausgegeben wurden.
Diese Möglichkeit hat nicht nur der Gemeinschaft geholfen, sondern auch mein Leben verändert.
Ich bin 27 Jahre alt. Als mein Mann mich verließ, stand ich mit zwei Kindern und ohne Einkommen da. So wie es oft hier der Fall bei ledigen Müttern ist, die von ihren Angehörigen abhängen, wurde ich verachtet und war oft der Sündenbock, sobald es ein Problem oder finanzielle Schwierigkeiten usw. gab. Dank meiner Ausbildung zur Schneiderin, die ich 2018 im Berufsbildungszentrum Lologo machte, konnte ich an der Maskenherstellung teilnehmen und Geld verdienen. Dadurch konnte ich meine eigene Werkstatt in meinem Viertel verbessern (Stoffe kaufen), das Familienwohnhaus renovieren und ausmalen und für meine Kinder Kleidung kaufen. Auch das Essen in meiner Familie war nicht gesichert, jetzt kann ich meiner Familie regelmäßig Mahlzeiten anbieten. Meine Mutter und andere Familienmitglieder schätzen und respektieren mich jetzt: In dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit, verstärkt noch durch die Pandemie, habe ich gezeigt, dass ich eine Stütze für den Haushalt sein kann. Danke an alle Spender, die uns aus der Ferne helfen. Frohe Weihnachten in allen Familien ! »

In Haiti haben Demonstrationen und Sachbeschädigungen abgenommen, allerdings beklagt man eine Zunahme von Morden und Entführungen bekannter Persönlichkeiten.
Im Augenblick ist es für Jean Claude unmöglich, sich vor Ort zu begeben: Es gibt keine Flüge nach Haiti, und die Grenze zur Dominikanischen Republik wurde kürzlich geschlossen.
In Hinche hat die Stiftung Cosmos einen neuen Direktor ernannt, Ronel Odatte. Er ist eine große Stütze für Jean Claude, besonders wenn sich dieser in Genf aufhält.
Trotz der Pandemie arbeiten alle Projekte, außer den Arbeiten im Hotel: Installateur, Fliesenleger, Tischler verlangen aufgrund der Inflation um 25% mehr als den mit Jean Claude vereinbarten Preis.
Die Maturaprüfungen haben nicht im Juni stattgefunden, sondern im November. Wir warten noch auf die Ergebnisse.
Die Universität Jean Price Mars zählt 55 neue Absolventen im Jahr 2020 und 50 neu Inskribierte. 30 Spender unseres Genfer Partners Haiti Cosmos finanzieren diese durch Patenschaften (4 Jahre lang 10 CHF pro Monat).

Wir wünschen Ihnen ein wunderbares Weihnachtsfest, vielleicht intimer und inniger wegen der besonderen Bedingungen, die der gesundheitlichen Krise geschuldet sind.

Patrick Bittar
Direktor

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