Der Schweizer Verein der Freunde von Schwester Emmanuelle
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Neben dem neuesten vierteljährlichen Brief finden Sie auf dieser Seite auch die Archive vergangener Briefe, die im PDF-Format (Acrobat) heruntergeladen werden können, die neuesten Besuchsberichte unseres Direktors und die externen Bewertungsberichte.

BRIEF AN DIE FREUNDE VON SCHWESTER EMMANUELLE

« Wenn der Atem des Geistes in einem Menschen wohnt, fürchtet dieser nichts, nicht einmal den Tod  » (Schwester Emmanuelle)

Liebe Freunde!

Um diesen Brief zu schreiben, wartete ich auf Nachricht von Jean Claude Francois, den Verantwortlichen für unsere Projekte in Haiti.

Sept2022Seit dem 13. September, nachdem die Regierung unter Ariel Henry den Beschluss gefasst hatte, Treibstoff nicht mehr zu subventionieren, wird das Land wieder von gewaltsamen Demonstrationen, Plünderungen und Brandstiftung heimgesucht (betroffen ist auch ein Lager des Welternährungsprogramms).

Auch die Stadt Hinche, wo Jean Claude sich seit Anfang Juli aufhielt, wurde nicht verschont. Vorgestern meldete er sich: „Diese Woche fanden an drei Tagen Demonstrationen statt. Am zweiten Tag zogen 40 000 Menschen (das sind 27% der Stadtbevölkerung) friedlich durch die Straßen. Man sah viele Studenten, aber auch Arbeitslose und Politiker. Seit dem Abend des dritten Tages haben Banditen das Steuer übernommen und verbreiten Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Sie schießen Tag und Nacht herum, um Panik auszulösen und ‚Aufmerksamkeit auf das Schicksal von Benachteiligten’ zu lenken. Auch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, höre ich Schüsse.
Der öffentliche und private Verkehr kommt zum Erliegen, denn die Verbindungswege zwischen den Städten des Landes werden blockiert, die innerstädtischen Straßen sind verlassen, von Glasscherben und großen Steinen übersät. Lebensmittelgeschäfte wurden geplündert, obwohl sie geschlossen hatten. Mehrere Verkäufer, die versuchten, ihre Waren zu schützen, wurden getötet. Die eingeschüchterten Bewohner bleiben in ihren eigenen vier Wänden. Auf den Generalsekretär unserer Universität Jean Price Mars wurde gestern Abend geschossen, als er mein Haus nach einem langen Arbeitstag verließ. Es geht ihm gut, aber der Schock sitzt tief.

Mein Rückflug nach Genf wäre morgen um 12:25, aber die Straßen sind unpassierbar, die Flüge abgesagt und die Flughäfen gesperrt. Manche europäische Staaten und Amerika haben ihre Bürger aufgefordert, das Land zu verlassen. Botschaften und Konsulate im Land sind geschlossen. Dasselbe gilt für öffentliche Gebäude, Spitäler, Banken, Kirchen und Tankstellen, welche geschlossen und streng bewacht sind aus Angst vor Brandstiftung. Mehrere Polizisten starben beim Schutz von Menschenleben und Gütern. Man sagt, die Banditen seien besser bewaffnet als sie. Das, was in Hinche passiert, ereignet sich in beinahe allen Städten Haitis. Ich denke an den Satz von Jean-Jacques Rousseau: Wenn das Volk nichts mehr zu essen hat, verzehrt es die Reichen. »
Soweit ich weiß, Haben wir bis jetzt keine Schäden erlitten. Alle unsere Büros sind geschlossen und das Personal bleibt zu Hause.“

Gestern haben wir Gott sei Dank folgende kurze Nachricht erhalten: „Ich bin im Flieger von Cap Haiti nach Florida. Ich war die ganze Nacht mit einem Mototaxi unterwegs und wurde mehr als zehn Mal von den Barrikaden der bewaffneten und maskierten Banditen aufgehalten.“

Ein Monat zuvor hatte uns Jean Claude noch erfreuliche Neuigkeiten berichtet: Am vergangenen Sonntag hat für die Fußballfreunde der Stadt Hinche ein außergewöhnliches Ereignis stattgefunden. Das Team unserer Universität gewann die Unimeisterschaft des Zentralplateaus. Diese begann im April, aus Sicherheitsgründen wurden mehrere Spiele verschoben. Das Finale fand unter hoher Polizeipräsenz im Stadion statt, das vor Jugendlichen überquoll. In den vier Monaten ist unser Meisterteam auf acht andere Mannschaften getroffen, die sie alle besiegt haben. Als Belohnung für den Siegertitel gab es für alle Spieler den Gegenwert des Studienbeitrags für ein Jahr. Für unsere Studenten waren die Spiele Ruhepausen und Ablenkung. Sehr zahlreich haben sie ihre Lieblingsmannschaft unterstützt.“

31db039e f823 45ba 8095 aeac83693324Anfang August schrieb Jean Claude Folgendes: „Am vergangenen Sonntag erhielten 95 Studenten nach vier Jahren Studium in einer schönen Feier, an der mehr als 1000 Personen teilnahmen, ihre Diplome. Eltern und Freunde und angesehene Persönlichkeiten des Zentralplateaus waren dabei. Wir haben 34 Krankenpfleger, 20 Buchhalter und Sekretäre, 24 Zivilingenieure, 10 Agraringenieure und 7 Theologen graduiert. Die 50 Besten erhielten einen Preis von einem Abgeordneten der Region. Mehrere bekamen ein Stellenangebot noch während der Feier von den anwesenden Arbeitgebern. Die beste Absolventin ist eine Bauerntochter, die mit einem Stipendium studierte, weil sie sonst die Beiträge nicht hätte zahlen können.

Auch im Südsudan ist Betram Gordon Kuol, der Verantwortliche für die Projekte, die wir finanzieren, leider mit der Gewalt und Anarchie, die im Land herrschen, konfrontiert.

Seit Anfang Juli wird der Fortgang der Projekte in Nyarjwa (Gesundheitszentrum St.Vinzenz und Pilotfarm) gestört durch wiederholte Belagerungen durch bewaffnete und gewalttätige Jugendliche der örtlichen Gemeinschaft. Diese planlosen Jugendlichen fordern von unserem Partner vor Ort den Bau eines Versammlungszentrums im Dorf. Um die Konfliktsituation zu erklären, muss man wissen, dass laut Verfassung das Land den örtlichen Kommunen gehört und nicht dem Staat. Nun sind manche Bewohner weniger an den Wohltaten interessiert, die mit unseren Projekten verbunden sind, als an der Summe, den der Verkauf der ihnen von der Gemeinde mit Zustimmung des verstorbenen Stammeshäuptlings zugeteilten Parzelle bringen würde. Der aktuelle Häuptling wird von den jugendlichen Randalierern als zu konziliant empfunden und hat im Juli eine Granate vor seiner Haustüre gefunden!

Im nächsten Brief werde ich Ihnen Genaueres von unseren Projekten berichten.

Wie kann man seine Unterstützung für Jean Claude, Betram und ihre Teams vor Ort zeigen, deren Engagement und Mut Bewunderung verdienen?
Liebe Freunde, eine Spende Ihrerseits, egal wie hoch, wäre doch ein schönes Zeichen von Freundschaft und Solidarität.

Ein herzliches Dankeschön im Voraus!  

Patrick Bittar
Direktor

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