Der Schweizer Verein der Freunde von Schwester Emmanuelle
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Neben dem neuesten vierteljährlichen Brief finden Sie auf dieser Seite auch die Archive vergangener Briefe, die im PDF-Format (Acrobat) heruntergeladen werden können, die neuesten Besuchsberichte unseres Direktors und die externen Bewertungsberichte.

BRIEF AN DIE FREUNDE VON SCHWESTER EMMANUELLE

« Sogar wenn ich sähe, dass jemand mich hasst, würde ich ihn lieben.
O Gott Vater, hilf mir, Vater!
Sogar wenn ich sähe, dass jemand mich hasst, würde ich ihn lieben»
(Gebet der Dinka, einem der Stämme im Südsudan)

Liebe Freunde!

Ich hoffe, dieser Brief findet Sie in guter körperlicher und seelischer Verfassung in dieser schier nicht enden wollenden Zeit der Gesundheitskrise.

Wie zu erwarten war, hatte diese auch eine Auswirkung auf die Einzelspenden, die ASASE im vergangenen Jahr zugegangen sind, und wir haben unseren Partnern vor Ort mehr überwiesen als wir erhalten haben. Da auch im ersten Viertel dieses Jahres die Spenden stark zurückgegangen sind, gestatten Sie uns, diesen Brief mit einem Appell an Ihre Großzügigkeit zu beginnen. Uns ist bewusst, dass diese Zeit für alle schwierig ist, aber jede Gabe zählt und hat direkte Auswirkungen: 95% stehen den Projekten zur Verfügung, die wir in zwei der ärmsten Länder des Planeten unterstützen...und die auch unter den Auswirkungen der Pandemie leiden.

Im Südsudan ist Betram, der Koordinator unseres Partners vor Ort, im Februar an Covid erkrankt (angesteckt von einem seiner Neffen, der bei ihm wohnt) und musste 2 Wochen in Quarantäne. Er litt an Fieberschüben, Husten und Kopfschmerzen, ist aber ohne besondere Probleme genesen. Dann erkrankte sein Mitarbeiter Wilson, ohne Symptome zu entwickeln. Natürlich hatte das Auswirkungen auf ihre Arbeit in einer Zeit, die ohnehin voll intensiver Arbeit ist: den verschiedenen Geldgebern der Vinzenzgemeinschaft Juba (SVDP) mussten die jährlichen Berichte geliefert werden.

IMG 5711Moses, der rechts hockte, während meines Besuchs im 2019Die gute Nachricht ist, dass das Berufsbildungszentrum in Lologo der Schließung entgehen konnte, die neuerlich Anfang Februar von der Regierung im Kampf gegen Covid für alle Bildungsstätten verfügt worden ist. Die Vinzenzgemeinschaft hat bei dem zuständigen Ministerium eine Ausnahmegenehmigung erhalten, da die Kurse ihrem Ende zugehen und die Abschlussprüfungen bevorstehen. Das hat funktioniert!

In der Hauptstadt ist die Sicherheit nach wie vor nicht gewährleistet. Im vergangenen Dezember zahlte ein Mitarbeiter in der Verwaltung der SVDP, Moses L. Liban (siehe Foto) seinen Preis. Eines Abends hielt er sich in einem Cafe in Lologo auf, als plötzlich drei bewaffnete Männer auftauchten, um die Kunden zu berauben. Da Moses versuchte, sein Handy zu verbergen, wurde er ins Freie gezogen. „Dann hat mir einer einen Schlag auf den Kopf versetzt, ein anderer hat auf mich gezielt und mir das Bein gebrochen. Ich wurde ins Militärspital gebracht und zweimal operiert.

Außerdem haben im Rahmen von Auseinandersetzungen zweier Clans des Stammes der Mundari in Nyarjwa und Umgebung Männer zweimal das Personal der Farm des Gesundheitszentrums Saint Vincent bedroht, welches auf Empfehlung der Behörde für vier Wochen evakuiert wurde. Nur die Wachen blieben vor Ort.

IMG 0118Zwei Absolventen in Elektrizität. Sept. 2018, Juba.Für die Entwicklung der Sicherheit in der Hauptstadt ist die Inbetriebnahme eines Stromnetzes seit vorigem Sommer allerdings ein wichtiger Schritt.  Ende 2020 waren mehr als 10 000 Haushalte, 3 600 Firmen und 200 Regierungsämter angeschlossen. In der Nacht können sich die Bewohner unter den Straßenlampen treffen, wo Boda-Bodas (Motorradtaxis) und Teeverkäuferinnen auf sie warten.

Da der Anschluss an das Stromnetz von den Bewohnern selbst zu finanzieren ist und jene aus dem Elendsviertel Lologo zu den Ärmsten zählen, verwendet das Zentrum der Vinzenzgemeinschaft noch seine Generatoren, bis die Anschlussarbeiten durchgeführt werden können. Es müssten drei Masten außerhalb des Zentrums und einer innerhalb errichtet werden.
Auf jeden Fall müssten die Absolventen der Elektrikerlehre davon profitieren können!

Eine Umfrage unter 165 Absolventen der 11 letzten Kurse des Berufsbildungszentrums Lologo, welche im letzten Viertel des Jahres 2020 durchgeführt wurde, hat Folgendes ergeben:
- zwei von drei hatten Arbeit (obwohl die Umfrage mitten in der Krise durchgeführt wurde); alle Absolventen der Schneiderlehre und Führung eines Familienbauernhofs hatten bezahlte Arbeit (dagegen nur 20% der Absolventen des Erste Hilfe, Gesundheit, Hygiene Kurses, oder 50% der Informatiker)!
- 90% der Arbeitenden übten einen Beruf aus, der ihrer Ausbildung entsprach;
- die Hälfte der Arbeitenden waren selbständig, 12% lebten von geringfügigen Arbeiten und 38% wurden von Organisationen bezahlt (9% von NGOs).

Trotz eines durch Covid durcheinander gewirbelten Jahres hatten die Einkommen generierenden Projekte ihr bislang bestes Ergebnis: 2020 wurden mehr als 113 000 Dollar an Einnahmen erzielt (+83%) und der Nettogewinn (mehr als 39 000 Dollar, nach Abzug der allgemeinen Kosten, aber vor ihrer Investition) konnte 7,5% der Ausbildungskosten finanzieren.
Und das, obwohl manche Einkommen generierende Projekte wie die Vermietung des Lastkraftwagens oder des Gästehauses die Auswirkungen der Epidemie voll zu spüren bekamen.
Die Rentabilität von Schneiderei und Möbelherstellung wurde durch die Tatsache, dass die Entlohnung des Personals nicht mehr fix ist sondern von den Verkäufen abhängig, beträchtlich verbessert.

In Haiti zieht Präsident Jovenel Moise, der sich an die Macht klammert, den Zorn der Bevölkerung auf sich. „Anfang Februar bin ich aus Haiti zurück gekommen,“ erzählt Jean Claude Francois. „Ich konnte gerade noch abreisen: wegen all der Demonstrationen war der öffentliche Verkehr stark behindert, ich musste ein Motorrad Taxi nehmen.“

727 Liter Medikamente wurden vom Phytolabor Cosmos im vergangenen Jahr hergestellt, das entspricht mehr als 5 300 Behandlungen.
Eine Spezialproduktion von 57 Litern eines Medikaments, das gegen die Covid Epidemie eingesetzt wird, wurde von unseren ambulanten Kliniken auf dem Land verteilt. Es ist eine Mischung aus Knoblauch, Aloe, Ingwer, Gewürznelken, Kümmel, Eukalyptusblättern und grüner Zitrone, die man kochen muss und von der angeraten wird, vier Tassen täglich zu trinken. In der Region Hinche wurden sehr wenige Coronafälle bekannt.

Wir bedanken uns herzlich im Voraus für Ihre Spende,                                                     
und wünschen Ihnen Frohe Ostern!

Patrick Bittar
Direktor

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Schenken Sie einer Absolventin/einem Absolventen der Maurerlehre im Berufsbildungszentrum Lologo, Südsudan, einen Werkzeugkoffer, mit dem er /sie sich selbständig machen kann.

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